Zukunftsinitiative Eifel Beratungsgespräch

Helle Köpfe aus der Vulkaneifel überzeugen mit Innovationen

Daun. Für ein volles Forum und eine positive Ausstellungsresonanz sorgten in Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Daun-Vulkaneifel (WFG) und der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) vierzehn heimische Erfinder mit ihren Produkten und Erfolgen am Markt.

Die Auftaktveranstaltung zur Wander-ausstellung "Erfinderland Rheinland-Pfalz" glänzte auf ihrer Vulkaneifel-Station mit besonderer Prominenz: Dieter Heuskel, Senior Vice President und Leiter des deutschen Management-Teams der international renommierten Boston Consulting Group, hielt das zentrale Referat und war lebhafter Mitdiskutant auf dem Podium zum Thema "Die Welt der Erfinder - Höhenflüge und Hindernisse".

Den hochkarätigen Unternehmensberater verbindet viel mit Daun: Die Kreisstadt ist seine Heimat. Gleiches gilt für den Moderator des Abends: Dr. Thomas Leif, Chefreporter des SWR-Landesfernsehens in Mainz.

Das die Eifel also hervorragendes Potenzial besitzt, machte die WFG schon mit dieser Konstellation deutlich. Die Innovationen der vierzehn in der Ausstellung vertretenen Erfinder bewiesen: "Wer es in Daun schafft, schafft es überall", wie Heuskel unter dem Beifall der zahlreichen Unternehmer, Verwaltungsvertreter und Politiker aus der Region bemerkte. An der derzeit gängigen Strategie auch des Dauner Einzelhandels, mit Niedrigpreisen um Käufer zu werben und nicht mit Qualitätsbewußtsein, übte er jedoch deutliche Kritik, denn: "Ausbrechen, Spielregeln ändern, gegen den Strich bürsten" lautete nicht von ungefähr der Titel seines Vortrags. Anhand zahlreicher Beispiele aus dem modernen Wirtschaftsleben illustrierte er, wie wichtig ein Umdenken und eine Besinnung auf kreative Prozesse für den ökonomischen und gesellschaftlichen Erfolg ist; "Geiz ist nicht geil, sondern hinderlich für Innovation und Fortschritt."

Die klassichen Fehler von Unternehmen seien zögerliches Abwarten bis zur Perfektionierung eines Produkts, Angst von Veränderungen, Anpassungsdruck und Risiko-Aversion in hierarchisch strukturiertem Management.

Das auch die politischen Rahmenbedingungen stark verbesserungsfähig sind, gab in der anschließenden Diskussion auch Staatssekretär Günter Eymael vom Mainzer Wirtschaftsministerium zu, Landrat Heinz Onnertz forderte sehr viel Mut an, um die Bürokratie in ihre Schranken zu verweisen. Insgesamt jedoch, so attestierten Rolf Wagner und Heinz Nägel als erfolgreiche Erfinder auf dem Podium, biete die Vulkaneifel auch mit der Unterstützung durch die WFG ein positives und gründerfreundliches Klima. Der Staat habe nicht beflügelt, so Nägel, aber die WFG habe tatkräftig geholfen.

"In rund 10 Jahren sind allein im Kreis Daun mehr als 250 Patente und Gebrauchsmuster angemeldet worden", nannte Onnertz eine Beweis für den Standortvorteil Vulkaneifel. Rolf Wagner, mit einem neuartigen Lagersystem vor allem für Apotheken auf Expansionskurs, brachte es auf den Punkt:

"Wir müssen richtig Gas geben, es geht auch um psychologische Effekte." Dass eine kulturelle Depression keine Erfinder schaffe, betont auch Nägel.

Ein Manko der "Helle Köpfe"-Ausstellung wurde aus dem Publikum bemängelt: "Warum sind keine Frauen beteiligt?" Die Antwort ergab sich aus dem offenen Ausschreibungsverfahren: "Leider hat sich keine Erfinderin bei uns gemeldet", bedauert WFG-Chef Alfred Bauer. Doch denkbar sei, in einer weiteren Veranstaltung das wirtschaftliche Potenzial von Frauen in der Region besonders herauszustellen.

In den Gesprächen, die sich am Rande der Veranstaltung und danach zwischen Unternehmern ergaben, war der Tenor deutlich: "Helle Köpfe" zeige nachdrücklich, wie viel positive Energie - leider jedoch zu bescheiden - in der Wirtschaftsregion steckt.

Teilgenommene Erfinder mit ihren Erfindungen (PDF-Format):